Das sind wir - Nudel/Paste mit dreierlei Paradeiser
Wohl das beste Studentenfutter
06.04.2026 14 min Heimo Probst
Zusammenfassung & Show Notes
Es sollte schnell gehen und es sollte ohne Einkaufen zu gehen gekocht werden können.
Petra ist hungrig und ich dann natürlich auch. Wie schon so oft haben wir - Ich - den Apothekerschrank und die Speis durchsucht, um Essbares zu finden.
Was heißt durchsucht, ich habe in den Apothekerschrank gegriffen die Pasta, also die Nudel herausgeholt, aus der Speis die eingelegten und die getrockneten Paradeiser und aus dem Obstkorb 4 Kirschparadeiser (Rispenparadeiser)
Mehr braucht es nicht.
Die simple aber immer gute Küche
Die italienische Küche ist wie die steirische Küche - bitte jetzt keinen Aufschrei von Verfechtern der jeweiligen Küche - was ich damit meine, ist die einfache aber geniale Zubereitung, mit Wenig viel an Geschmack auf den Teller zu bringen. Das können beide Küchen.
Wie ihr ja wisst, bin ich ein Freund beider Küchen.
Was jedoch die Italienische Küche so speziell genial macht, sind ihre Pasta-/Nudelgerichte, die wohl deshalb einen Siegeszug rund um den Klobus vollzogen hat. Pasta/Nudel mit verschiedenen Sugo oder Ragú haben die Herzen vieler Kinder und Erwachsenen erobert.
Jedoch schafft es die Welt außerhalb von Italien, die Italiener zur Verzweiflung zu bringen, ob der Zubereitung. Und ich verstehe die Italiener. Als Jugendlicher brachte ich keine einzige Nudel einer sogenannte Carbonara runter. Mit 35 wußte ich schließlich warum, diese Schlag-Sahne / dieses Schlagobers, die /das daruntergemischt wurde, machte dieses so einfache und köstliche Nudelgericht unfassbar schwer und im Mund pampig. Ich brachte es kaum runter, bei jedem mal kauen wurde es mehr in meinem Mund. Mich hat es jedesmal davor gegraut, wenn ich die misshandelte Carbonara angeboten bekam.
Das ist jetzt auch der Grund, warum ich bevor ich euch mein Nudelrezept vorstelle, die möglicherweise 10 schlimmsten „No-Gos“ der italienischen Küche vortragen, vorbeten, vorlegen möchte:
- Sahne in der Carbonara (liegt unheimlich schwer im Magen): Eine echte Carbonara besteht nur aus Ei, Pecorino, Guanciale und Pfeffer.
- Öl im Nudelwasser (Wußte ich bis vor 20 Jahren nicht): Es verhindert, dass die Sauce an der Pasta haftet.
- Nudeln abschrecken (Wußte ich auch bis vor 20 Jahre nicht): Dies entfernt die wichtige Stärke, die die Sauce bindet.
- Spaghetti brechen (machte ich nur unabsichtlich): Lange Nudeln werden ganz gekocht und gedreht.
- Falscher Kochpunkt (auf vielen Campingplätzen und in vielen Haushalten außerhalb von Italien absolut üblich und ohne schlechtem Gewissen serviert): Pasta scotta (zu weich gekocht) ist ein Fauxpas; sie muss al dente (mit Biss) sein.
- Parmesan auf Fischpasta (machen die anderen, ich nicht): Käse und Fisch/Meeresfrüchte gelten als geschmacklich inkompatibel.
- Pasta mit Löffel essen (sehr Österreichisch oder auch Deutsch): Zum Beispiel Spaghetti werden nur mit der Gabel am Tellerrand aufgerollt.
- Nicht schneiden (Treibt mir die Tränen in die Augen): Zum Beispiel Spaghetti werden am Tisch nicht mit Messer und Gabel zerschnitten.
- Ketchup statt Paradeiser-/Tomatensauce (In der Studentenzeit - wenn ich sternhagelvoll war): Ein absolutes No-Go.
- Pasta als Beilage (Naja, es gibt Ausnahmen): Pasta ist der erste Gang (primo piatto), keine Beilage zum Fleisch. Hierbei gibt jedoch ein zwei mir bekannte Ausnahmen „Polpette al Sugo“ und „Piccata Milanese“ (Da sind die Italiener nicht restlos konsequent)
Mehr könnt ihr auf folgenden Internetseiten nachlesen:
Kommen wir zu meinen Nudel mit dreierlei Paradeiser zurück - Zurück in meine Küche. Es ist ein so einfaches und simples Gericht, dass ihr es unbedingt, wenn ihr Studenten seid, es ist auch unheimlich günstig, in euer Rezepterepatoire aufnehmen müsst. Ich bin sicher, dass ihr es werdet.
Portion für 3 bis 4 Personen (Erwachsene)
Zutaten
50 dag Tagliatone oder Linguine oder Spaghetti
4 - 5 getrocknete Paradeiser - grob gehackt
4 - 5 in Olivenöl eingelegte Paradeiser - grob gehackt
4 - 5 Rispen- Kirschparadeiser - geviertelt
2 Knoblauchzehen - grob gehackt
1 Messespitze feingehackte getrocknete mittelscharfe (wie es jeder empfindet) Peperoncini
Salz aus der Salzmühle
Pfeffer aus der Pfeffermühle
1 getrocknetes Lorbeerblatt
2 TL Salz für das Nudelwasser
2 EL Olivenöl
Vorbereitung
10 Minuten vor Beginn die getrockneten Paradeiser, Peperoncini, Lorbeerblatt und Knoblauch in 1 EL Olivenöl einlegen
Zubereitung
- den Stracciatella di Burrata aus dem Kühlschrank nehmen (den hatte ich gerade zuhause und musste ihn aufbrauchen - 2 Tag vor dem Ablaufdatum)
- Topf mit Nudelwasser aufstellen.
- eine hohe Pfanne mit 28 cm ø bei Stufe 5 vorwärmen 1 El Olivenöl und die vorbereiteten getrockneten Paradeiser samt Peperoncini, Knoblauch, Lorbeerblatt hinzugeben.
- Nudel in das kochende und gesalzene Nudelwasser geben - Kochzeit meistens zwischen 10 und 13 Minuten
- die eingelegten und die frischen Paradeiser in die Pfanne geben und gut umrühren. Herd auf 4 zurückdrehen. Salzen und Pfeffern nach Geschmack.
- vor dem Abseihen der Nudel (Al Dente sollten sie sein - also im Kern noch bissfest) 3 bis 4 Suppenlöffel Nudelwasser zu den Paradeiser geben damit das Sugo/die Soße etwas cremiger wird.
- Nudel dazugeben und mit der Pfanne unterschupfen oder mit dem Kochlöffel die Nudel in die Soße unterrührten.
- 2 Minuten ziehen lassen und Lorbeerblatt herausnehmen.
Anrichten
Wie sooft richte ich die Nudel mit einer großen Fleischpinzette oder mit einer Fleischgabel an.
Nudel aufrollen auf den Fleischteller längs legen und im Suppenteller versuchen senkrecht „hineinstellen“ (es fällt in sich sich zusammen - sieht aber gut aus)
Mit einem Löffel oder einer Gabel die Stracciatella di Burrata auf den Nudeln verteilen - Bei der Postion im Suppenteller einen Patzen oben auf die Nudel geben.
Ihr könnt auch statt dem Stracciatella di Burrata jungen Parmesan oder Pecoriono nehmen - wie es euch schmeckt und was ihr gerade zuhause habt.
Wenn man Petersilie zuhause hat, diese fein hacken und darüberstreuen. Sieht schön und einladend aus.
Ich hoffe, ich habe euch etwas Gusto gemacht und ihr kocht es nach. Ein günstiges Essen für Studenten, aber ein äußerst wohlschmeckendes für Menschen, die es schnell mögen.
Weil ich von meinen Freunden gefragt wurde, warum ich keine Weintipps mehr gebe, naja, was soll ich sagen „Ich habe es vergessen“. Dazu eignet sich ein guter Welschriesling oder ein Weißburgunder aus der Steiermark. Ich finde die Frische und die leichte Säure harmoniert dazu.
Macht euch einen schönen Abend ohne großen Aufwand und viel Zeit zum Plaudern.
Herzlichst euer Heimo
In dieser Podcast-Folge stelle ich ein einfaches und schnelles Nudelrezept vor, das ganz ohne Einkaufen auskommt. Ich koche mit Zutaten aus meinem Vorratsschrank und Kühlschrank – getrocknete, eingelegte und frische Kirschtomaten sowie Stracciatella di Burrata. Außerdem teile ich die zehn häufigsten No-Gos der italienischen Küche, zum Beispiel warum Sahne in Carbonara nichts zu suchen hat, wie man Pasta richtig kocht und weitere wichtige Tipps für authentischen Geschmack. Das Rezept eignet sich besonders gut für Studenten oder alle, die wenig Zeit haben, aber trotzdem lecker essen wollen. Dazu empfehle ich einen frischen Welschriesling oder Weißburgunder aus der Steiermark. In der Folge gebe ich schnelle Kochinspiration und wertvolle Küchenweisheiten weiter.